Die Osternacht 2020

„Bleibet hier und wachet mit mir! Wachet und betet! Wachet und Betet.“
Jesus bat seine Jünger darum ihn nicht allein zu lassen. Bei ihm zu bleiben! 

Das Osterfeuer lädt uns ein genau das zu tun. In der Erwartung zu bleiben, dass die Gewalt nicht das letzte Wort, warten wir…


Der Morgen bricht an – das Leben kehrt zurück!

Mit Hoffnung und Freude haben wir auf die Botschaft gewartet:

Der HERR ist auferstanden! Halleluja!

Jesus hat es geschafft. Er hat den Tod und die Gewalt besiegt. Jesus ist auferstanden von den Toten – er hat mit Liebe gehandelt und damit die Prophezeiung erfüllt!
Er hat nicht zur Gewalt aufgerufen um sich zu wehren. Jesus hat von seinem Glauben, seiner Überzeugung nicht abgelassen. Er ließ sich nicht einschüchtern, er stand zu dem was wer sagte. Er ergriff nicht die Flucht und  wählte keinen Ausweg.
Jesus wählte den Weg der FREIHEIT und der VERANTWORTUNG. Er hat den letzten, wichtigen und endgültigen Schritt vollzogen – er hat dem Tod und der Gewalt die Macht genommen.
Er hat der LIEBE die Macht gegeben.
Auch nach seinem Tod, durch die Auferstehung wirkt Jesus weiter – bei den Frauen am Grab, bei seinen Jüngern, HEUTE – bei uns.
Die frohe Botschaft Jesu wird weiter getragen, sie verliert nicht, sondern gewinnt jeden Tag aufs Neue:
„Liebe deinen Gott von ganzem Herzen, liebe deinen Gegenüber und Dich selbst!“
Diese Botschaft ist das zentrale Gebot Jesu! Und die Liebe begegnet uns in so vielen Momenten des Lebens – hört selbst:

Das Osterfest ruft uns dazu auf,  der Liebe die Macht zu geben!
Es zeigt uns, dass wir allein der Liebe vertrauen können und im Vertrauen darauf nach den Maßstäben der Liebe zu handeln:
Gutmütig zu sein, genau hinzuhören, aufmerksam zu beobachten, Nachsichtig zu sein, Frieden zu stiften, an einandern zu glauben, zu beschützen was besonders ist, zu verzeihen, großzügig zu sein, zu geben und zu empfangen, leben und zu lieben!

In diesem Sinne ein gesegnetes, liebevolles und Sinn stiftendes Osterfest 2020!

Alles Liebe – Ihre/Eure Tina Höpfner, Diakonin

 

Oster-Special-Impro von Enrique Gulin

…seit ein paar Jahren immer ein Bestandteil des Osternachtgottesdienstes in der Nikodemuskirche gewesen – dieses Jahr leider wegen den Beschränkungen nicht möglich – deswegen eine kleine Oster-Special-Impro

Osterandacht aus der Nikodemuskirche

In dieser besonderen Zeit gibt es an Stelle eines feierlichen Ostergottesdienstes eine kurze Andacht von vertrauter Stelle am Altar der Nikodemuskirche.

Das seit Aschermittwoch geschlossene Altarbild ist wieder geöffnet, der Blick auf Jesus und den Heiligen Geist ist wieder unverstellt.
Die Osterkerze wird entzündet.
Pfarrerin Kaplick spricht eine kurze Andacht und spendet Segen.
Vera Gruner begleitet an der Orgel.

Wir hoffen, dass wir Ihnen an diesem Ostersonntag dadurch ein kleines bisschen von der Nähe und Vertrautheit vermitteln können, die wir alle zur Zeit schmerzlich vermissen.

Ein frohes und gesegnetes Osterfest Ihnen allen!
Seien Sie behütet!

Christus ist auferstanden – Er ist wahrhaftig auferstanden!

Lieder
  • Auf, auf, mein Herz, mit Freuden – EG 112
  • Christ ist erstanden – EG 99
  • Er ist erstanden, Halleluja – EG 116

Gottesdienst.zu.Fuß ab Ostersonntag

An diesem Wochenende ist Ostern! Die Häuser sind geputzt, die Eier gefärbt, die ersten Blumen strecken ihre Köpfe der Sonne entgegen.
Wir feiern Gottesdienst, dieses Jahr allerdings ein bisschen anderes als gewöhnlich.
Es ist wie schon letzte Woche ein „Gottesdienst.zu.Fuß“ für euch aufgebaut. Einige Familien machen sich einmal am Tag auf den Weg nach draußen und bewegen sich an der frischen Luft. Das nutzen wir,  indem wir den „Gottesdienst.zu.Fuß“ wieder anbieten.
Am Ostersonntag geht es weiter mit den Jesu-Geschichten rund um Ostern.
Es sind 5 Stationen und ihr könnt den „Gottesdienst.zu.Fuß“ an jedem Tag machen, nicht nur am Sonntag.
Er beginnt am Eingangsportal der Nikodemuskirche. 

Wichtig: Bitte achtet immer darauf, nur im Familienverbund unterwegs zu sein, den Kontakt zu anderen nur mit Winken zu gestalten und auf 1,5m Mindestabstand an den Stationen zu achten. DANKE!

Los geht es am Ostersonntag und der „Gottesdienst.zu.Fuß“ bleibt bis Samstag, 18. April für euch aufgebaut.

Lasst uns gerne im Anschluss einen Kommentar da 🙂 Liebe Grüße

Karfreitag

Das Leiden hat begonnen, durch den Verrat. Judas hat Jesus verraten.
Der Tod scheint das Ende. Die Schuld unendlich.
Die Würde bleibt.

Worte die verletzen. Worte die nicht gesagt werden sollten und wollten.
Taten die zerstören. Gesten die schmerzen.
Leere und Angst. Trauer und Wut. Lieblosigkeit.

Schuld erkennen. Benennen was war. Bereuen. Erkennen.
Um Hilfe bitten.
Auf offene Arme hoffen. Zumuten. 

Los lassen.
Ein Lied das hilft. Ein Lied das erzählt:

Vergebung ist Heilung – für beide Seiten. Für Opfer und Täter.
Schon im Kleinen passiert es uns, dass wir Worte sagen die wir nicht sagen wollen. Das wir anklagen, unerbittlich. Das wir laut werden, lauter als nötig. Das wir Unrecht tun an unserem Partner, unserer Partnerin, unseren Kindern, den Kollegen.
Gerade in der aktuellen Lage sind Situationen schneller überreizt, erhitzt, Worte fallen die nicht fallen sollen – der Druck wurde zu groß, der Dampf im Kessel brauchte ein Ventil.
Und dann ist es passiert.
Scham und  Hilflosigkeit haben nun die Oberhand – dann wenn der Druck raus ist.
Nun braucht es Heilung. Vergebung ist Heilung – Heilung der Seele.
Gott selbst ist dabei an unserer Seite. Er kennt uns, wir brauchen uns nicht zu verstecken.
Gott sieht uns.
Gott hofft auf Erkenntnis um eine Veränderung unseres Handelns zu bewirken.
Was ist passiert und was können wir nächstes mal anders machen?
Wie verändere ich meinen Anteil?
Wie trete ich verhalte ich mich das nächste mal friedlicher?
Um Vergebung bitten. Mein Gegenüber und mich selbst.
Gott ist bei uns beiden – hält unsere Würde geborgen in seinen Händen. 

Es tut gut – zu verzeihen und Vergebung zu erleben.
Wir brauchen nur zu bitten.
Gott hört zu.
Gott ist da.

Jetzt.

Die Würde bleibt!

Quelle: YouTube

An.Gedacht in der Anderen Zeit

Die „Andere Zeit“ ist ein festes Gottesdienstformat in unserer Kirchengemeinde. Heute trifft sich der Titel mit diesem Format ganz gut.

Andere Zeiten brauchen andere Taten und so haben wir für den Gründonnerstag etwas besonderes entwickelt.

„Das letzte Ma(h)l“
Gründonnerstag. Der heutige Tag, ist auf den letzten gemeinsamen Abend der Jünger mit Jesus zurück zu führen.
Jahrhunderte lange Traditionen haben sich um diesen Tag mit seiner Geschichte herum aufgebaut. Alleine die Namensgebung ist vielschichtig – vier verschiedene Mythen ranken sich darum. 

Er ist der erste Tage der nun folgenden viertägigen Osterfeierlichkeiten.
Traditionell feiern wir an diesem Tag gemeinsam Abendmahl in einem Gottesdienst.
Wir erinnern uns an den letzten Abend der Jünger mit „ihrem“ Jesus. Wir feiern das Abendmahl, wie Jesus es den Jüngern damals gezeigt hat.
Wir teilen Brot und Wein als Zeichen der Versöhnung, der Gemeinschaft, des Friedens und der Hoffnung.

In diesem Jahr ist das anders. Wir können nicht gemeinsam Gottesdienst feiern. Wir können nicht miteinander das Abendmahl teilen. Vielleicht haben wir aber gerade heute ein besonders großes Bedürfnis nach den vergangenen Wochen der sozialen Distanzierung. Vielleicht haben wir gerade heute das Gefühl, dass wir die Gemeinschaft, die entfernten Verwandten, die langjährigen Freunde mehr brauchen als zuvor. Vielleicht fällt es uns gerade heute besonders schwer, allein zu sein.

Unsere Idee: 

Deshalb habe ich mir folgendes überlegt. Wir könnten ein „Agape-Mahl“ (ein Abendessen der Nächstenliebe) ins Leben rufen, an dem jeder teilnehmen kann.

Was ein Agape-Mahl ist?
Es ist ein Essen in einer (virtuellen) Tischgemeinschaft, das darauf ausgelegt ist, bewusst miteinander zu essen und zu trinken. Neben dem leiblichen Wohl wird auch die Seele gestärkt. Indem man einander aufmerksam zuhört, sich Zeit nimmt für das Essen und für die Gespräche ist es etwas längeres Essen, das Leib und Seele nähren kann.

Wie das geht?
Zum einen bekommt ihr einen Leitfaden für die „Agapemahl-Feier“, zum anderen könnt ihr als  Familie oder mit Freunden über einen Video-Chat zum gemeinsamen Abendessen einladen.
Gerade wer allein zu Hause ist, ist dazu aufgerufen es auszuprobieren.
In manchen Reihenhaussiedlungen ist auch ein Agapemahl über den Gartenzaun hinweg möglich (gemeinsam am Gartenzaun essen – mit entsprechendem Mindestabstand).

Probiert es aus – habt Mut zu etwas „anderem“!
Ich bin mir sicher, es lohnt sich! 

Was ihr braucht?
Etwas zu Essen und zu trinken
Einen Partner/eine Partnerin (eben auch per Video-Chat).
Drei Kerzen (können auch Teelichter sein)
Den Psalm 23 für jeden um lesen.
Den Leitfaden: Agapemahl Gründonnerstag zum download
Wir wünschen viel Freude dabei und einen guten Abend!