Lautloses Leid – Ausstellung in der Nikodemuskirche

In der Nikodemuskirche wird die Ausstellung „Lautloses Leid“ von Corinna Maron wieder eröffnet.

Zu entdecken sind 10 Frauenportraits aus Krisengebieten der Welt.

Am Mittwoch, 17. Juni um 19.30 Uhr laden wir zu einer Andacht mit anschließender Führung  durch die Ausstellung „Lautloses Leid“ mit der Künstlerin Corinna Maron, ein.

Impulsgeber :
„Frauenhandel – Zwangsheirat in Deutschland (k)ein Thema?“
Marlene Gries und Davina Schmid von jadwiGa (Fachberatungsstelle für Betroffene von Menschenhandel) sind als Gäste dabei. 

„Gewalt gegen Frauen – ein globales Problem“ Gisela Voltz( Mission Eine Welt) anschl. Diskussion

Einen kleinen Eindruck kann man bereits unter folgendem Link gewinnen: http://www.comarone.de

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!
Herzliche Grüße Eva Kaplick

Christi Himmelfahrt – mal anders!

Ja, es hat mich erwischt – ich bin mal wieder im Fieber!
Es ist Musik in meinen Ohren. Es ist mir ein inneres Blumenpflücken. Mein Lachen erfüllt den Raum und hin und wieder rollen ein paar Tränen aus Rührung, aus Mitgefühl, aus Freude.
In diesen Tagen der Corona-Krise ist das für mich wie ein Gottesdienst. Die gute Botschaft ist versteckt in den Texten, den harmonischen Tönen und den den magischen Momenten unter den Künstlern.  Es bietet mir eine Farbpalette der positiven Energie. Es zeigt das Leben in seiner ganzen Breite. Die Menschen sitzen zusammen, erzählen sich aus ihrem Leben. Ihre persönlichen Geschichten werden lebendig, wenn sie uns an ihren Höhen und Tiefen, an ihrer Freude und an ihrem Schmerz teilhaben lassen.
Das Leben besteht nicht aus Glitzer und Ruhm. Niemandem fällt etwas in den Schoß und der Erfolg kommt auch nicht von allein.
Ilse, Jan, Mo, Paddy, Lea, Max und Nico teilen ihre Songs miteinander und erzählen dabei ihre jeweils ganz eigenen Geschichten. Vereint auf einem Leedersofa in Südafrika erleben wir die Musiker von aus einer ganz neuen Perspektive. Die großen Themen des Lebens finden ihren Platz: Tod und Sterben, Flucht und Heimat, Angst und Hoffnung, Wünsche und Träume. Alles verpackt in lyrische Zeilen und berührenden Tönen. Menschen legen ihr Herzblut in die Schöpfung eines Anderen, um zu berühren, zu ehren, sich zu verbinden und mit Liebe anzufüllen.
Glaube und Hoffnung kommen zur Sprache. 

„Lay your weapons down!“ Ist ein Liedtitel von Ilse DeLange. Er fordert uns auf, die „Waffen“ nieder zu legen, einander mit Liebe und Respekt zu begegnen, einander im Blick zu behalten und nach dem Einzigartigen in jedem Einzelnen von uns zu suchen. Vor einer Diskussion konnte wir das im Anderen sehen, vor einem Streit war der Blick liebevoll – dahin wollen wir zurück!
Gerade in der jetzigen Zeit ist es für mich ein wunderbares Bild – in polarisierenden Zeiten wird der Versuch unternommen, Menschen auf die eine Seite zu ziehen um zu gewinnen und sich von der anderen, scheinbar gegensätzlichen Seite, abzuwenden. Der Blick in die Geschichte lehrt uns, dass die Wahrheit nie auf nur einer Seite zu finden ist, sondern sich aus verschiedenen Einzelheiten zusammensetzt. Das sie nicht auf einmal geschrieben, geprüft und gefunden ist, sondern dass wir Prozesse brauchen um ein Bild aus einzelnen Teilen zusammen zu fügen.
Ein Buch besteht nicht aus nur einer Seite, sondern aus vielen Einzelnen die zusammengefasst eine Geschichte erzählen.
Ich wünsche uns, dass wir in allen Diskussionen einander aufrecht und mit Respekt begegnen um das gemeinsame Ziel  nicht aus den Augen zu verlieren. 

Die Fernsehsendung – von der ich zu Beginn schrieb – heißt „Sing meinen Song – das Tauschkonzert“ und ist unter diesem Link zu finden:

https://www.tvnow.de/shows/sing-meinen-song-das-tauschkonzert-7007/staffel-7/episode-3-ilse-delange-3147866

Ich lade euch ein, lasst euch in die Wärme und Liebe dieses Abends entführen, tankt auf durch wunderbare Musik und die herzlichen und liebevollen Begegnungen an diesem Abend zwischen Ilse, Jan, Mo, Paddy, Lea, Max und Nico. 

Ich wünsche euch ein wunderschönes, verlängertes Wochenende…

Seid gesegnet!

Gottesdienste in der Nikodemuskirche

Ab dem 10. Mai 2020 feiern wir auch in der Nikodemuskirche wieder Gottesdienste.
Wir beten und hören Gottes Wort, es gibt Musik und eine Predigt.
Es ist noch etwas anders, als normalerweise – aber es ist Gottesdienst.

Immer Sonntags, um 09.30 Uhr in der Nikodemuskirche.
Genauere Infos finden Sie hier:

https://www.nikodemuskirche-nbg.de/regelung-zum-schutz-vor-dem-coronavirus-in-der-nikodemuskirche/

An Pfingsten, 31.5. und 1. Juni 2020 wird der Gottesdienst von Pfarrerin Kaplick gestaltet. Es geht um die Frage, was eine Blume, ein Windrad und ein Zündholz mit Pfingsten zu tun haben. Die Orgel spielt Frau Gruner.

Hier noch eine kurze Vorschau über die nächsten Gottesdienste:

7. Juni 2020  9.30h Pfarrerin Klever
14. Juni 2020 9.30h Prädikantin Pietzcker
21. Juni 2020 9.30h Pfarrerin Kaplick
28. Juni 2020 9.30h Pfarrer Langmann
5. Juli 2020 9.30h Pfarrerin Klever
12. Juli 2020 9.30h Prädikantin Pietzcker
19. Juli 2020 9.30h Pfarrer Langmann
26. Juli 2020 9.30h Pfarrerin Kaplick
2. August 2020 9.30h Pfarrerin Klever
9. August 2020 9.30h Pfarrerin Klever
16. August 2020 9.30h Pfarrer Langmann
23. August 2020 9.30h Pfarrerin Kaplick
30. August 2020 9.30h Pfarrerin Kaplick
6. September 2020 9.30h Pfarrerin Kaplick
13. September 2020 9.30h Prädikantin Pietzcker

Wir freuen uns auf Ihren Besuch,

das Team der Nikodemuskirche

Die Osternacht 2020

„Bleibet hier und wachet mit mir! Wachet und betet! Wachet und Betet.“
Jesus bat seine Jünger darum ihn nicht allein zu lassen. Bei ihm zu bleiben! 

Das Osterfeuer lädt uns ein genau das zu tun. In der Erwartung zu bleiben, dass die Gewalt nicht das letzte Wort, warten wir…


Der Morgen bricht an – das Leben kehrt zurück!

Mit Hoffnung und Freude haben wir auf die Botschaft gewartet:

Der HERR ist auferstanden! Halleluja!

Jesus hat es geschafft. Er hat den Tod und die Gewalt besiegt. Jesus ist auferstanden von den Toten – er hat mit Liebe gehandelt und damit die Prophezeiung erfüllt!
Er hat nicht zur Gewalt aufgerufen um sich zu wehren. Jesus hat von seinem Glauben, seiner Überzeugung nicht abgelassen. Er ließ sich nicht einschüchtern, er stand zu dem was wer sagte. Er ergriff nicht die Flucht und  wählte keinen Ausweg.
Jesus wählte den Weg der FREIHEIT und der VERANTWORTUNG. Er hat den letzten, wichtigen und endgültigen Schritt vollzogen – er hat dem Tod und der Gewalt die Macht genommen.
Er hat der LIEBE die Macht gegeben.
Auch nach seinem Tod, durch die Auferstehung wirkt Jesus weiter – bei den Frauen am Grab, bei seinen Jüngern, HEUTE – bei uns.
Die frohe Botschaft Jesu wird weiter getragen, sie verliert nicht, sondern gewinnt jeden Tag aufs Neue:
„Liebe deinen Gott von ganzem Herzen, liebe deinen Gegenüber und Dich selbst!“
Diese Botschaft ist das zentrale Gebot Jesu! Und die Liebe begegnet uns in so vielen Momenten des Lebens – hört selbst:

Das Osterfest ruft uns dazu auf,  der Liebe die Macht zu geben!
Es zeigt uns, dass wir allein der Liebe vertrauen können und im Vertrauen darauf nach den Maßstäben der Liebe zu handeln:
Gutmütig zu sein, genau hinzuhören, aufmerksam zu beobachten, Nachsichtig zu sein, Frieden zu stiften, an einandern zu glauben, zu beschützen was besonders ist, zu verzeihen, großzügig zu sein, zu geben und zu empfangen, leben und zu lieben!

In diesem Sinne ein gesegnetes, liebevolles und Sinn stiftendes Osterfest 2020!

Alles Liebe – Ihre/Eure Tina Höpfner, Diakonin

 

Oster-Special-Impro von Enrique Gulin

…seit ein paar Jahren immer ein Bestandteil des Osternachtgottesdienstes in der Nikodemuskirche gewesen – dieses Jahr leider wegen den Beschränkungen nicht möglich – deswegen eine kleine Oster-Special-Impro

Osterandacht aus der Nikodemuskirche

In dieser besonderen Zeit gibt es an Stelle eines feierlichen Ostergottesdienstes eine kurze Andacht von vertrauter Stelle am Altar der Nikodemuskirche.

Das seit Aschermittwoch geschlossene Altarbild ist wieder geöffnet, der Blick auf Jesus und den Heiligen Geist ist wieder unverstellt.
Die Osterkerze wird entzündet.
Pfarrerin Kaplick spricht eine kurze Andacht und spendet Segen.
Vera Gruner begleitet an der Orgel.

Wir hoffen, dass wir Ihnen an diesem Ostersonntag dadurch ein kleines bisschen von der Nähe und Vertrautheit vermitteln können, die wir alle zur Zeit schmerzlich vermissen.

Ein frohes und gesegnetes Osterfest Ihnen allen!
Seien Sie behütet!

Christus ist auferstanden – Er ist wahrhaftig auferstanden!

Lieder
  • Auf, auf, mein Herz, mit Freuden – EG 112
  • Christ ist erstanden – EG 99
  • Er ist erstanden, Halleluja – EG 116

Karfreitag

Das Leiden hat begonnen, durch den Verrat. Judas hat Jesus verraten.
Der Tod scheint das Ende. Die Schuld unendlich.
Die Würde bleibt.

Worte die verletzen. Worte die nicht gesagt werden sollten und wollten.
Taten die zerstören. Gesten die schmerzen.
Leere und Angst. Trauer und Wut. Lieblosigkeit.

Schuld erkennen. Benennen was war. Bereuen. Erkennen.
Um Hilfe bitten.
Auf offene Arme hoffen. Zumuten. 

Los lassen.
Ein Lied das hilft. Ein Lied das erzählt:

Vergebung ist Heilung – für beide Seiten. Für Opfer und Täter.
Schon im Kleinen passiert es uns, dass wir Worte sagen die wir nicht sagen wollen. Das wir anklagen, unerbittlich. Das wir laut werden, lauter als nötig. Das wir Unrecht tun an unserem Partner, unserer Partnerin, unseren Kindern, den Kollegen.
Gerade in der aktuellen Lage sind Situationen schneller überreizt, erhitzt, Worte fallen die nicht fallen sollen – der Druck wurde zu groß, der Dampf im Kessel brauchte ein Ventil.
Und dann ist es passiert.
Scham und  Hilflosigkeit haben nun die Oberhand – dann wenn der Druck raus ist.
Nun braucht es Heilung. Vergebung ist Heilung – Heilung der Seele.
Gott selbst ist dabei an unserer Seite. Er kennt uns, wir brauchen uns nicht zu verstecken.
Gott sieht uns.
Gott hofft auf Erkenntnis um eine Veränderung unseres Handelns zu bewirken.
Was ist passiert und was können wir nächstes mal anders machen?
Wie verändere ich meinen Anteil?
Wie trete ich verhalte ich mich das nächste mal friedlicher?
Um Vergebung bitten. Mein Gegenüber und mich selbst.
Gott ist bei uns beiden – hält unsere Würde geborgen in seinen Händen. 

Es tut gut – zu verzeihen und Vergebung zu erleben.
Wir brauchen nur zu bitten.
Gott hört zu.
Gott ist da.

Jetzt.

Die Würde bleibt!

Quelle: YouTube

An.Gedacht in der Anderen Zeit

Die „Andere Zeit“ ist ein festes Gottesdienstformat in unserer Kirchengemeinde. Heute trifft sich der Titel mit diesem Format ganz gut.

Andere Zeiten brauchen andere Taten und so haben wir für den Gründonnerstag etwas besonderes entwickelt.

„Das letzte Ma(h)l“
Gründonnerstag. Der heutige Tag, ist auf den letzten gemeinsamen Abend der Jünger mit Jesus zurück zu führen.
Jahrhunderte lange Traditionen haben sich um diesen Tag mit seiner Geschichte herum aufgebaut. Alleine die Namensgebung ist vielschichtig – vier verschiedene Mythen ranken sich darum. 

Er ist der erste Tage der nun folgenden viertägigen Osterfeierlichkeiten.
Traditionell feiern wir an diesem Tag gemeinsam Abendmahl in einem Gottesdienst.
Wir erinnern uns an den letzten Abend der Jünger mit „ihrem“ Jesus. Wir feiern das Abendmahl, wie Jesus es den Jüngern damals gezeigt hat.
Wir teilen Brot und Wein als Zeichen der Versöhnung, der Gemeinschaft, des Friedens und der Hoffnung.

In diesem Jahr ist das anders. Wir können nicht gemeinsam Gottesdienst feiern. Wir können nicht miteinander das Abendmahl teilen. Vielleicht haben wir aber gerade heute ein besonders großes Bedürfnis nach den vergangenen Wochen der sozialen Distanzierung. Vielleicht haben wir gerade heute das Gefühl, dass wir die Gemeinschaft, die entfernten Verwandten, die langjährigen Freunde mehr brauchen als zuvor. Vielleicht fällt es uns gerade heute besonders schwer, allein zu sein.

Unsere Idee: 

Deshalb habe ich mir folgendes überlegt. Wir könnten ein „Agape-Mahl“ (ein Abendessen der Nächstenliebe) ins Leben rufen, an dem jeder teilnehmen kann.

Was ein Agape-Mahl ist?
Es ist ein Essen in einer (virtuellen) Tischgemeinschaft, das darauf ausgelegt ist, bewusst miteinander zu essen und zu trinken. Neben dem leiblichen Wohl wird auch die Seele gestärkt. Indem man einander aufmerksam zuhört, sich Zeit nimmt für das Essen und für die Gespräche ist es etwas längeres Essen, das Leib und Seele nähren kann.

Wie das geht?
Zum einen bekommt ihr einen Leitfaden für die „Agapemahl-Feier“, zum anderen könnt ihr als  Familie oder mit Freunden über einen Video-Chat zum gemeinsamen Abendessen einladen.
Gerade wer allein zu Hause ist, ist dazu aufgerufen es auszuprobieren.
In manchen Reihenhaussiedlungen ist auch ein Agapemahl über den Gartenzaun hinweg möglich (gemeinsam am Gartenzaun essen – mit entsprechendem Mindestabstand).

Probiert es aus – habt Mut zu etwas „anderem“!
Ich bin mir sicher, es lohnt sich! 

Was ihr braucht?
Etwas zu Essen und zu trinken
Einen Partner/eine Partnerin (eben auch per Video-Chat).
Drei Kerzen (können auch Teelichter sein)
Den Psalm 23 für jeden um lesen.
Den Leitfaden: Agapemahl Gründonnerstag zum download
Wir wünschen viel Freude dabei und einen guten Abend!

Kirche und Diakonie warnen vor Zunahme häuslicher Gewalt durch Corona-Krise

Kirchliche Familien- und Frauenarbeit sowie die bayerische Diakonie befürchten ein Ansteigen der häuslichen Gewalt durch das Kontaktverbot während der Corona-Krise.

Die Auswirkungen von Isolation, die Minimierung sozialer Kontakte, finanzielle Sorgen und Existenzängste lassen eine Zunahme der Gewalt befürchten.
„Die Menschen befinden sich im Moment in existenziellen Nöten, sie haben Angst um ihre Gesundheit und ihren Job. Homeoffice und Kinderbetreuung kommen als Herausforderung dazu, belasten Familien und verursachen zudem Stress“, so Christine Falk aus dem forum familie im Amt für Gemeindedienst in Nürnberg. „Viele kommen an ihre Grenze, das kann Aggression fördern und auch zu häuslicher Gewalt führen“.

Berichte aus den EU-Mitgliedsstaaten und Rückmeldungen aus den Frauenhäusern ließen darauf schließen, dass Kinder und Frauen derzeit in ihrem Zuhause einem höheren Gewaltrisiko ausgesetzt sind als vor dem Ausbruch der Pandemie. „In Frankreich sind die polizeilichen Einsätze im Bereich häuslicher Gewalt in der ersten Woche nach der Ausgangssperre in die Höhe geschnellt und auf über 30 Prozent angestiegen“, so Dr. Andrea König aus dem forum frauen im Amt für Gemeindedienst. „Das lässt Schlimmes befürchten, denn wir wissen, dass schon vor Corona die Zahlen hoch waren. Nach sogenannte Dunkelfeldstudien ist jede dritte Frau in Deutschland mindestens einmal im Leben von Gewalt betroffen. Statistisch gesehen sind das mehr als 12 Millionen Frauen.“
Im Amt für Gemeindedienst wurde eine Zusammenstellung von Hilfsnotrufnummern erstellt. Neben bundesweiten Nummern sind auch bayernweite, regionale und kirchliche Hilfenummern gelistet. Der Flyer kann über die Homepage des Amtes für Gemeindedienst abgerufen und sollte breit verteilt werden, etwa in den geöffneten Kirchen, in Supermärkten, Bäckereien oder Apotheken.
Angesichts einer möglichen Verlängerung der Ausgangssperre sollte über weitere Maßnahmen nachgedacht werden, so König. Frauenhäuser und Beratungsstellung bräuchten Unterstützung. Auch Hilfetelefone reichten möglicherweise nicht aus. „Telefonieren kann im Haus bei Bedrohung zu einem Problem werden“, so König. „Frankreich bietet daher nun eine Direkthilfe in Apotheken an. Wer nach einer Maske Nummer 19 fragt, für den wird die Polizei gerufen. Das wäre eine Maßnahme, die auch hierzulande denkbar wäre.“

Auch die Diakonie Bayern sieht die derzeitige Situation als große Herausforderung in Bezug auf die Thematik häusliche Gewalt. Gemeinsam mit der Freien Wohlfahrtspflege Bayern – Fachbereich Frauen und der Koordinierungsstelle gegen häusliche und sexualisierte Gewalt wird deshalb gerade ein erstes Lagebild der aktuellen Situation in den Frauenhäusern und bei Notrufen/Fachberatungsstellen für von häuslicher Gewalt betroffene Frauen in Bayern erfasst, um daraus resultierende Bedarfe zu ermitteln und Handlungsmöglichkeiten zu erarbeiten.Kirchliche Familien- und Frauenarbeit sowie die bayerische Diakonie befürchten ein Ansteigen der häuslichen Gewalt durch das Kontaktverbot während der Corona-Krise. Die Auswirkungen von Isolation, die Minimierung sozialer Kontakte, finanzielle Sorgen und Existenzängste lassen eine Zunahme der Gewalt befürchten.
„Die Menschen befinden sich im Moment in existenziellen Nöten, sie haben Angst um ihre Gesundheit und ihren Job. Homeoffice und Kinderbetreuung kommen als Herausforderung dazu, belasten Familien und verursachen zudem Stress“, so Christine Falk aus dem forum familie im Amt für Gemeindedienst in Nürnberg. „Viele kommen an ihre Grenze, das kann Aggression fördern und auch zu häuslicher Gewalt führen“.
Berichte aus den EU-Mitgliedsstaaten und Rückmeldungen aus den Frauenhäusern ließen darauf schließen, dass Kinder und Frauen derzeit in ihrem Zuhause einem höheren Gewaltrisiko ausgesetzt sind als vor dem Ausbruch der Pandemie. „In Frankreich sind die polizeilichen Einsätze im Bereich häuslicher Gewalt in der ersten Woche nach der Ausgangssperre in die Höhe geschnellt und auf über 30 Prozent angestiegen“, so Dr. Andrea König aus dem forum frauen im Amt für Gemeindedienst. „Das lässt Schlimmes befürchten, denn wir wissen, dass schon vor Corona die Zahlen hoch waren. Nach sogenannte Dunkelfeldstudien ist jede dritte Frau in Deutschland mindestens einmal im Leben von Gewalt betroffen. Statistisch gesehen sind das mehr als 12 Millionen Frauen.“
Im Amt für Gemeindedienst wurde eine Zusammenstellung von Hilfsnotrufnummern erstellt. Neben bundesweiten Nummern sind auch bayernweite, regionale und kirchliche Hilfenummern gelistet. Der Flyer kann über die Homepage des Amtes für Gemeindedienst abgerufen und sollte breit verteilt werden, etwa in den geöffneten Kirchen, in Supermärkten, Bäckereien oder Apotheken.
Angesichts einer möglichen Verlängerung der Ausgangssperre sollte über weitere Maßnahmen nachgedacht werden, so König. Frauenhäuser und Beratungsstellung bräuchten Unterstützung. Auch Hilfetelefone reichten möglicherweise nicht aus. „Telefonieren kann im Haus bei Bedrohung zu einem Problem werden“, so König. „Frankreich bietet daher nun eine Direkthilfe in Apotheken an. Wer nach einer Maske Nummer 19 fragt, für den wird die Polizei gerufen. Das wäre eine Maßnahme, die auch hierzulande denkbar wäre.“
Auch die Diakonie Bayern sieht die derzeitige Situation als große Herausforderung in Bezug auf die Thematik häusliche Gewalt. Gemeinsam mit der Freien Wohlfahrtspflege Bayern – Fachbereich Frauen und der Koordinierungsstelle gegen häusliche und sexualisierte Gewalt wird deshalb gerade ein erstes Lagebild der aktuellen Situation in den Frauenhäusern und bei Notrufen/Fachberatungsstellen für von häuslicher Gewalt betroffene Frauen in Bayern erfasst, um daraus resultierende Bedarfe zu ermitteln und Handlungsmöglichkeiten zu erarbeiten.

Quelle: Pressemitteilung der ELKB vom 3.April 2020 (Download als PDF)

PDF-Flyer mit Notrufnummern