1. Dezember 2020

Die Halle der Welt mit Licht erfüllen
Ein König hatte zwei Söhne. Als er alt wurde, da wollte er einen der beiden zu seinem Nachfolger bestellen. Er versammelte die Weisen seines Landes und rief seine beiden Söhne herbei. Er gab jedem der beiden fünf Silberstücke und sagte: „Ihr sollt für dieses Geld die Halle in unserem Schloss bis zum Abend füllen. Womit, das ist eure Sache.“ Die Weisen sagten: „Das ist eine gute Aufgabe.“ Der älteste Sohn ging davon und kam an einem Feld vorbei, wo die Arbeiter dabei waren, das Zuckerrohr zu ernten und in einer Mühle auszupressen. Das ausgepresste Zuckerrohr lag nutzlos umher. Er dachte sich: „Das ist eine gute Gelegenheit, mit diesem nutzlosen Zeug die Halle meines Vaters zu füllen.“ Mit dem Aufseher der Arbeiter wurde er einig und sie schafften bis zum späten Nachmittag das ausgedroschene Zuckerrohr in die Halle. Als sie gefüllt war, ging er zu seinem Vater und sagte: „Ich habe deine Aufgabe erfüllt. Auf meinen Bruder brauchst du nicht mehr zu warten. Mach’ mich zu deinem Nachfolger.“ Der Vater antwortete: „Es ist noch nicht Abend. Ich werde warten.“ Bald darauf kam auch der jüngere Sohn. Er bat darum, das ausgedroschene Zuckerrohr wieder aus der Halle zu entfernen. So geschah es. Dann stellte er mitten in die Halle eine Kerze und zündete sie an. Ihr Schein füllte die Halle bis in die letzte Ecke hinein. Der Vater sagte: „Du sollst mein Nachfolger sein. Dein Bruder hat fünf Silberstücke ausgegeben, um die Halle mit nutzlosem Zeug zu füllen. Du hast nicht einmal ein Silberstück gebraucht und hast sie mit Licht erfüllt. Du hast sie mit dem gefüllt, was die Menschen brauchen.“

– Märchen aus den Philippinen.

Meine Gedanken dazu: 
Ganz schön clever wie der jüngere Sohn des Königs agierte. Eine einfache Kerze hat er besorgt und in die Mitte der Halle gestellt um die Halle mit Licht zu füllen.
Ob er wohl gewusst hat, dass er damit zum Nachfolger des Königs werden wird?
Ich denke nicht. Gehofft hat er es wohl. Sich gewünscht? Bestimmt auch.
Doch von diesem Gedanken oder dem Wunsch hat sich nicht bestimmen lassen. 
Statt dessen hat er nach einer sinnvollen Lösung gesucht um ans Ziel zu kommen. 
Der junge Prinz sich auf die Aufgabe und nicht auf die Belohnung konzentriert hat. Damit hatte er seinem großen Bruder einiges voraus.
Er hat sich nicht von dem Bedürnis übermannen lassen, unbedingt König werden zu wollen, sondern hat die Aufgabe und die damit gesuchte Lösung in den Mittelpunkt gestellt. 
Genau das können wir von diesem jungen Prinzen lernen: 
Nicht das eigene Bedürfnis in den Mittelpunkt zu stellen, sondern die Aufgabe um eine Lösung zu finden. 

Hast Du momentan eine Aufgabe für die du einen Lösung brauchst? 

Dann ermuntere ich dich: guck dir die Aufgabe genau an. Überdenke alle möglichen Lösungsversuche, werde dabei kreativ und wenn nötig: hol dir jemand anderen zur Unterstützung ins Boot! 

Wenn du willst: Schreib mir – ich bin da: Diakonin-ejniko@mail.de

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