Wie es gelingen kann, das Positive zu sehen

In der letzten Ausgabe des landeskirchlichen Sonntagsblattes habe ich einen interessanten Artikel zur Corona-Krise gefunden. Einige Ideen daraus möchte ich gern mit Ihnen teilen.

Der Zukunftsforscher Matthias Horx lädt zu einem ungewöhnlichen Blick. Er nennt ihn Rückwärts-Prognose. Und er geht so: Wir stellen uns eine Situation Anfang Oktober vor. Wir sitzen im Cafe und überlegen: Verhalten sich die Menschen um uns herum anders? Schmeckt der Kaffee noch so wie vor der Corona-Krise? Oder sogar besser? Worüber werden wir uns rückblickend wundern?

Wir werden uns wundern, dass die vielen Verzichte nicht zur Vereinsamung geführt haben.
Im Gegenteil. Nach dem ersten Schock waren viele sogar erleichtert, dass endlich Ruhe einkehrte. Dass man nicht ständig was unternehmen musste. Neue Möglichkeiten haben sich aufgetan: neue Kontakte entstanden, und alte Freundschaften wurden aufgefrischt.

Tele- und Videokonferenzen, gegen die sich früher die meisten gewehrt haben, waren auf einmal möglich. Und es war gar nicht so schlecht, was dabei herauskam.
Das Telefonieren erlebte eine Renaissance. Man erreichte endlich wieder jemanden persönlich und nicht nur den Anrufbeantworter.
Menschen, die von einem Termin zum anderen hetzten, machten plötzlich lange Spaziergänge.
Bücherlesen war in und Reality-Shows out.

Wir werden uns wundern, dass schließlich relativ schnell Medikamente gefunden wurden, die die Überlebensrate erhöhten. Corona wurde zu einem Virus, mit dem wir gelernt haben, umzugehen.
Medizinischer Fortschritt hat geholfen, wobei es weniger die Technik war, sondern die Veränderung sozialer Verhaltensformen. Dass Menschen trotz radikaler Einschränkungen solidarisch und konstruktiv bleiben konnten.
Der Glaube an die viel gepriesene künstliche Intelligenz ist kleiner geworden. Die humanen Fragen werden wichtig: Was ist der Mensch? Was sind wir füreinander?

Wir werden uns wundern, wie weit die Ökonomie schrumpfen konnte, ohne dass es einen totalen Zusammenbruch gab. Als wäre die Wirtschaft ein atmendes Wesen, das auch dösen oder schlafen oder träumen kann.
Wir werden uns wundern: Das globale Wirtschaftssystem hat sich verändert:  es wird ortsnah produziert, lokale Netzwerke entstehen oder werden ausgebaut. Das Handwerk erlebt eine Renaissance. Vielleicht werden die Vermögensverluste nicht so sehr weh tun, weil Geld in der neuen Welt weniger wichtig ist als gute Nachbarn und ein blühender Gemüsegarten.

Wenn wir normalerweise in die Zukunft schauen, sehen wir meistens nur die Probleme und Gefahren, die auf uns zukommen, und Angst entsteht. Mit der Methode von Matthias Horx können wir unsere Ängste überwinden. Er vergleicht das mit dem Besuch beim Zahnarzt. Die meisten Menschen haben Angst davor und leiden schon Stunden und Tage vorher. Aber wenn sie alles überstanden haben, gibt es einen Schub von positiven Gefühlen: sie sind voller Tatendrang, die Welt wirkt jung und frisch.

Übertragen auf die Corona-Krise merken wir nach einer Phase der Angst, dass Neues entsteht, innere Kraft wird lebendig. Eine RE-Gnose bezieht das mit ein beim Blick auf die Zukunft, dass wir uns verändern durch die Krise – zum Positiven, dass wir dazulernen. Das wir uns vorstellen können, dass alles auch ganz anders, viel besser sein könnte.

Könnte das Virus ein Zeichen sein, dass die menschliche Zivilisation zu dicht, zu schnell, zu überhitzt geworden ist? Dass sie zu sehr in eine bestimmte Richtung rast? Eine Richtung, in der es keine Zukunft gibt? Aber sie kann sich neu erfinden. System reset. Cool down. Musik auf den Balkonen.
So geht Zukunft.

Wie wäre es, wenn Sie Ihre ganz eigene Rückwärts-Prognose starten? Und dann ins Gespräch kommen mit Ihrer Familie, mit FreundInnen am Telefon oder gerne auch mit mir – Ihrer Pfarrerin Eva Kaplick.

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www.horx.com
www.zukunftsinstitut.de

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