22. Dezember 2020

Ein Esel. Ein Schmuggler. Ein weiser Mann. 

Zu einem Weisen kam einer und klagte: Ich suche nun so viele Jahre nach Gott und kann ihn nicht finden. Der Weise sah ihn freundliche an und erzählte:
Es war einmal ein Mann namens Nasruddin. Er ging immer hin und her über die Grenze, an verschiedenen Zollstellen, einmal mit einem Esel, einmal auch mit zweien oder Dreien. Auf den Eseln transportierte er große Lasten Stroh. Die Zöllner wussten, dass er ein bekannter Schmuggler war, und so durchsuchten sie ihn immer wieder, stachen mit Stöcken in die Strohballen, und manchmal verbrannten sie das Stroh und suchten in der Asche nach dem, was er schmuggelte. Aber sie fanden nichts, und Nasruddin wurde reich und reicher. Schließlich wurde er alt, zog in ein anderes Land uns setzte sich zur Ruhe. Dort begegnete ihm einer der früheren Grenzwächter und fragte: „Nasruddin, jetzt könnt Ihr es mir ja sagen. Was habt Ihr geschmuggelt, das wir nie gefunden haben?“ Nasruddin lächelte und antwortete: „Esel!“.
Siehst du, sagte der Weise, so sucht mancher Gott, und Gott ist vor seinen Augen. 

Ob man Gott oder etwas anderes sucht, ist aus meiner Sicht für den Kern dieser Geschichte nicht relevant.
Wichtig ist zu erkennen, das man etwas sucht und das es machmal näher ist als man denkt.
Suchen und finden gehören zusammen. Doch sucht man an der falschen Stelle, kann man ewig suchen. Und das kann ganz schön unbefriedigend sein.
Also trau dich ruhig, alles in Betracht zu ziehen – das naheliegend und das entfernte. 

Suchst du gerade oder schon länger Zeit etwas? Willst du etwas auf die Spur kommen oder endlich eine Antworte finden? 

Dann guck mal, ob sie nicht schon längst vor deinen Augen liegt… Das gute liegt manchmal so nah. 

Einen schönen Abend! 

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